BGM-Zürich, Beratungszentrum für Betriebliches Gesundheitsmanagement
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Ausgangslage und Handlungsbedarf
Es hat sich gezeigt, dass die meisten BGM-aktiven Betriebe auf den folgenden beiden Entwicklungsstufen stehen bleiben:

Stufe 1:
Punktuelle Umsetzung einzelner BGM-Massnahmen (z.B. Bike-to-work, Stress-Workshops, verschiedene Arbeitszeitmodelle usw.)

Stufe 2:
BGM als vorübergehendes Optimierungsprojekt, z.B. im Rahmen des von uns mitentwickelten Instrumentariums KMU-vital (www.kmu-vital.ch).

Eine Ankoppelung des BGM an den Managementalltag und damit die nachhaltige Integration und Umsetzung fehlt heute noch grösstenteils. Gleichzeitig bringt das schwierige Wirtschaftsumfeld mit kontinuierlichen Veränderungen, Beschleunigung und Wettbewerbsdruck zusätzliche (psychosoziale) Belastungen für die Erwerbstätigen und Hürden für die Einführung von BGM. Daher braucht es dringend eine Neu- bzw. Weiterentwicklungen des BGM-Ansatzes:

Stufe 3 neu:
Systemisches BGM
: Es ist heute breit anerkannt, dass die Gesundheit in der Arbeitswelt v. a. von guten Arbeitsbedingungen abhängt. Das systemische BGM ist daher auf eine kontinuierliche gesundheits- und leistungsorientierte Optimierung betrieblicher Strukturen und Prozesse als Teil der Unternehmensführung ausgerichtet.

Zielgruppe, Zielsetzung und Strategien
Zielgruppe sind mittlere (50-250 Mitarbeitende) und grosse (>250 Mitarbeitende) private und öffentliche Betriebe. Ziel ist die Weiterentwicklung und Austestung eines systemischen BGM, welches in die Managementprozesse integriert wird und die Gesundheit, Motivation und Leistung der Erwerbstätigen nachhaltig gewährleistet. Dieses Ziel soll mit den folgenden Strategien erreicht werden:

A. Durchführung des systemischen BGM in Pilotbetrieben

B. Aufbau von Erfa-Netzwerken

A Pilottestung: Optimierungszyklus des systemischen BGM
Das systemische BGM beachtet den Betrieb als soziales System, in dem Gesundheit und Produktivität durch die optimale Wechselwirkung zwischen den Mitarbeitenden und der Organisation entsteht. Diese Zusammenhänge werden in einem einfachen BGM-Modell einer gesunden Organisation dargestellt, welches als Landkarte für alle Beteiligten und insbesondere der Führung dient.

Abbildung: BGM-Modell als Landkarte für BGM-Kennzahlen

Zudem lassen sich in diesem Modell die wichtigen BGM-Kennzahlen zuordnen: einerseits Personalkennzahlen wie Absenzen, Fluktuation etc., andererseits psychosoziale Kennzahlen mit einer Hebelwirkung auf Gesundheit, Arbeitsqualität und nachhaltige Performance.

Die Umsetzung des systemischen BGM in den fünf Pilotbetrieben erfolgt in folgenden Schritten:

  • Auftragsklärung, Zieldefinition und BGM-Bestandesaufnahme
  • Sensibilisierung: Durch einen Einstiegs-Workshop wird die Führung für das systemische BGM
    sensibilisiert und auf dessen Umsetzung vorbereitet.
  • Analyse von Belastungen und Ressourcen: Eine neu entwickelte schriftliche Mitarbeitendenbefragung erfasst mit Hilfe des BGM-Modells die wichtigsten Kennzahlen. Dafür wird eine EDV-Lösung entwickelt.
  • Aufbau eines BGM-Cockpits mit den wichtigsten Personalkennzahlen und psychosozialen Indikatoren zu Handen der Führung. Dafür wird ebenfalls eine EDV-Lösung entwickelt.
  • Massnahmenentwicklung & Umsetzung mit Hilfe einer Zukunftswerkstatt und enger Einbindung der Führung.
  • Evaluation und Verstetigung des systemischen BGM

Durch den BGM-Kompetenzaufbau und die Ankoppelung an das Management durch das BGM-Cockpit während der Pilottestung können die Unternehmen im Anschluss an die Testphase das systemische BGM intern selbständig steuern und nachhaltig weiterführen.

B. Aufbau von Erfa-Netzwerken (Erfahrungsgruppen-Netzwerken)
Während der Pilottestung haben die Pilotbetriebe Gelegenheit, sich in einem Erfa-Netzwerk I (Fokussierung Umsetzung) laufend auszutauschen. In Ergänzung wird ein zweites Erfa-Netzwerk II für neu interessierte Betriebe aufgebaut werden.

Nutzen
Durch das systemische BGM erwarten die Betriebe Kostenreduktionen und Effizienzsteigerung durch eine optimierte BGM-Steuerung und -Vernetzung und dadurch einen besseren Einsatz der Mittel für BGM-Massnahmen. Die Mitarbeitenden profitieren durch eine gezielte Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und Gesundheit.

Wenn das Entwicklungsprojekt Ihr Interesse geweckt hat, Sie mehr Informationen wünschen oder sich für einen Pilot interessieren, melden Sie sich bei Anita Blum-Rüegg, anita.blum-rueegg@ifspm.uzh.chTelefon +41 44 632 94 30.

 

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