BGM in der Praxis

Systematisches BGM

Ein systematisches BGM bezeichnet ein BGM, das auf einem Gesamtkonzept beruht. Es vereint die Aktivitäten unter einem Dach und schafft dauerhafte Strukturen und Prozesse.

Tip.Engagieren Sie sich in IhremBetrieb für gesundeMitarbeitende?

Möchten Sie das BGM professionalisieren und die Wirksamkeit der Massnahmen überprüfen? Die folgenden Abschnitte zeigen wichtige Aspekte auf, die den Weg zu einem systematischen BGM ebnen.
In den Qualitätskriterien für BGM erfahren Sie zudem, was Sie beim Aufbau eines BGM beachten sollten und wie Sie mehr Systematik in Ihrem BGM erreichen können.

Ziele des BGM

Wofür?

Es lohnt sich, BGM-Ziele zu setzen. Damit schaffen Sie Klarheit, was BGM dem Betrieb bringen soll. Zudem können Sie BGM-Aktivitäten und -Massnahmen auf die definierten Ziele ausrichten und die Gesundheit bei wichtigen Entscheidungen mitberücksichtigen. Mithilfe konkreter Kenngrössen überprüfen Sie die Ziele. Sie legen so die Grundlage für eine regelmässige Evaluation des BGM.

Tip.Geben Sie Ihren BGM-Aktivitäten eineRichtung und legen Sie Zielefest.
Tip.Sammeln Sie, was Sie für die Gesundheit Ihrer Mitarbeitendenbereits tun!
Standortbestimmung

Wo ansetzen?

Sie haben vielleicht bereits mehr BGM in Ihrem Betrieb, als Ihnen bewusst ist. Sammeln Sie das bereits Vorhandene. Verschiedene Tools stehen Ihnen dafür zur Verfügung. Sie zeigen auf, wo BGM in Ihrem Betrieb bereits wirksam ist und wo es eventuell Potenzial für Optimierungen hat. Eine BGM-Standortbestimmung hilft Ihnen ausserdem, Schritte auf Ihrem Weg zum systematischen BGM zu definieren.

BGM-Organisationsstruktur

Wer ist verantwortlich?

Im Zentrum der BGM-Organisationsstruktur stehen eine BGM-Fachperson sowie bei grösseren Organisationen zusätzlich ein Steuergremium. Die BGM-Fachperson plant und koordiniert die Umsetzung, stellt die Kommunikation sicher und evaluiert den Stand und die Wirksamkeit des BGM. Je nach Grösse des Betriebs kann diese Aufgabe eine Einzelperson oder eine Arbeitsgruppe übernehmen. Ein Steuergremium führt diese operative Stelle strategisch. Es kann aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Bereiche oder Funktionen bestehen (z. B. Geschäftsleitende, HR-Verantwortliche, Abteilungs-/Bereichsleitende, Mitarbeitendenvertretung). Das Steuergremium bildet das Bindeglied zur Geschäftsleitung, stellt das Engagement für das BGM sicher und setzt sich dafür ein, dass die notwendigen finanziellen und zeitlichen Ressourcen für das BGM bereitgestellt werden. Zudem gibt das Steuergremium die Richtung für die operative Arbeit vor, setzt Ziele und beurteilt regelmässig den Fortschritt und Erfolg des BGM.

Tip.Legen Sie die Verantwortlichkeiten festDas ist für die Planung und Umsetzung von BGM-Massnahmenwichtig.
Tip.Finden Sie ein passendes BGM-Modell.Der Blick von aussen kann Ihnendabei helfen.
BGM-Modell

Was zählt für uns?

Welche BGM-Themen stehen bei Ihnen im Zentrum? Ein Modell hilft, das BGM in Ihrem Betrieb zu veranschaulichen. Häufig werden die verschiedenen BGM-Themen als Bestandteile eines Hauses dargestellt. Im BGM-Modell von Gesundheitsförderung Schweiz finden Sie die zentralen Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, betriebliche Gesundheitsförderung sowie Abwesenheitsmanagement und Case Management als Säulen des Hauses abgebildet. Welches sind Ihre zentralen BGM-Themen, die Sie als Säulen abbilden könnten? Wenn ein Haus für Sie unpassend erscheint: Wie könnte Ihr eigenes BGM-Modell aussehen?

Dimensionen des BGM

BGM-Regelkreis

Welche Prozessschritte befolgen?

Sind die Verantwortlichkeiten geklärt? Und haben Sie ein passendes BGM-Modell definiert? Dann können Sie für ein wirkungsvolles systematisches BGM einem Regelkreis folgen (Abbildung verlinken, siehe unten). Damit tragen Sie in Ihrem Betrieb den Prinzipien der kontinuierlichen Verbesserung und Qualitätssicherung Rechnung.
Fünf Schritte sind zentral:
  • Setzen Sie strategische Ziele. 
  • Machen Sie eine Standortbestimmung, um auf bereits vorhandenen Prozessen und Strukturen und auf bestehenden gesundheitsfördernden Massnahmen und Angeboten aufzubauen. 
  • Führen Sie eine Ist-Analyse durch und definieren anschliessend Handlungsfelder. 
  • Wählen Sie zielgerichtete Massnahmen aus und setzen sie um. 
  • Überprüfen Sie die umgesetzten Massnahmen und Programme (Wirkungsüberprüfung) wie auch die BGM-Strukturen und -Prozesse (Managementsystem-Evaluation).
Tip.Der BGM-Regelkreis hilft, das Vorgehendes betrieblichenGesundheitsmanagements zustrukturieren.

Regelkreis

Tip.Sie sind auf Ihrem Weg nicht alleine– nehmen Sie fachliche Unterstützungin Anspruch oder besuchenSie unsere Erfa-Treffen.
Beratung in Anspruch nehmen

Wie umsetzen?

Es kann hilfreich sein, beim Umsetzen eines systematischen BGM fachliche Unterstützung beizuziehen. Bei Gesundheitsförderung Schweiz finden Sie ein Verzeichnis mit akkreditierten BGM-Beratenden. Bei unseren Erfahrungsaustauschgruppen und unseren Veranstaltungen können Sie ausserdem Ihr Know-how erweitern, sich von anderen inspirieren lassen und Kontakte knüpfen, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen.

Blum-Rüegg, A. (Hrsg.) (2018). Betriebliches Gesundheitsmanagement: Grundlagen und Trends. Bericht 7. Bern und Lausanne: Gesundheitsförderung Schweiz.