Gesunde Führung

Den Führungskräften kommt im betrieblichen Gesundheitsmanagement eine zentrale Rolle zu. Denn das Führungsverhalten hat einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeitenden. Das wurde mehrfach in Untersuchungen bestätigt.

Wie sieht es mit euren Ressourcen aus?

Was bedeutet gesunde Führung?

Gesunde Führung ist ergebnisorientiert, inspirierend und gesundheitsförderlich. Ergebnisorientiertes Führen bedeutet, dass die Führungsperson klar und transparent kommuniziert sowie differenzierte Rückmeldungen gibt. Mit inspirierendem Führen ist gemeint, dass die Führungsperson ein Vorbild ist, ein inspirierendes Bild der Zukunft aufzeigt und die Mitarbeitenden zum Mitdenken einlädt. Ist die Führungsperson zusätzlich achtsam gegenüber ihrer eigenen Gesundheit sowie der Gesundheit der Mitarbeitenden, so spricht man von gesunder Führung. Gesunde Führung im Alltag zeigt sich beispielsweise dadurch, dass die Führungsperson darauf achtet, dass sich Mitarbeitende nach einem hohen Engagement auch wieder genügend erholen können und dass sie gesundheitliche Frühwarnsignale bei Mitarbeitenden wahrnimmt.

Was bringt gesunde Führung?

Gesunde Führung zahlt sich aus: Sie hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeitenden und auf die Unternehmensleistung. Psychisch gesunde Mitarbeitende haben im Vergleich zu Mitarbeitenden, die psychisch belastet sind, positivere Werte, und zwar:

  • im Wohlbefinden (+ 30%)
  • Engagement (+ 19%)
  • Unternehmensleistung (+ 15%)
  • Kündigungsabsicht (– 75%)
  • destruktives Engagement (– 63%)
  • Resignation (– 52%).

Wie können Führungspersonen die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden positiv beeinflussen?

Führungspersonen können die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden über folgende Bereiche beeinflussen:

Führungsverhalten und Kommunikation

Erwartungen klar kommunizieren, realistische Ziele setzen, echtes Interesse zeigen und regelmässig Kontakt pflegen, kreatives Arbeitsklima und kollegiale Zusammenarbeit fördern, Unterstützung anbieten, für Transparenz und Gerechtigkeit sorgen, Anerkennung und Wertschätzung geben, Feedbackkultur im Team aufbauen, Mitarbeitende einbeziehen, Konflikte konstruktiv lösen.

Arbeitsgestaltung

Für angemessene Arbeitsmenge sorgen, ganzheitliche Aufgaben zuteilen, selbstbestimmtes Arbeiten und Handlungsspielraum ermöglichen, Gestaltungsspielraum geben, Sinnhaftigkeit aufzeigen, Arbeit effizient organisieren, regelmässige Pausen gewährleisten.

Früherkennung von gesundheitlichen Warnsignalen und Intervention

Atypisches Verhalten von Mitarbeitenden wahrnehmen und sie darauf ansprechen.

Vorbildfunktion/Selbstfürsorge

Eigene Belastungen und Ressourcen wahrnehmen, Stressbewältigung optimieren durch Achtsamkeits- und/oder Entspannungsübungen, Vorbildfunktion in Bezug auf Leistung und Gesundheit wahrnehmen.

Bruch, H., & Kowalewski, S. (2013). Gesunde Führung – Wie Unternehmen eine gesunde Performancekultur entwickeln. Top Job Trendstudie. Institut für Führung und Personalmanagement, Universität St. Gallen.

Franke, F., Ducki, A., & Felfe, J. (2015). Gesundheitsförderliche Führung. In J. Felfe (Hrsg.). Psychologie für das Personalmanagement. Trends der psychologischen Führungsforschung. Neue Konzepte, Methoden und Erkenntnisse (S. 253–264). Göttingen: Hogrefe.

ICAS (2020). EAP im BGM (Zugriff: 14.10.2020).